Der Freitagabend mit MUSE

Und es war ein ganz besonderer Freitagabend. Denn Muse spielten nicht irgendwo, sondern im Wembley Stadion. Und ja verdammt: ICH WAR DABEI!

Wembley Stadium

Wembley Stadium

Dieses Foto stammt natürlich nicht von mir (es steht auch drunter, wem es gehört), aber ich finde, es zeigt doch recht eindrucksvoll die Größe dieses Gigs. Aber ich möchte von vorne Anfangen. Als deutsche, völlig verrückte Muserin, ist es natürlich meine Pflicht, so weit vorne zu stehen, wie es nur möglich ist. Und um diesem Ziel so nahe wie möglich zu kommen, ist es nötig, eben auch relativ frühzeitig am Ort des Geschehens zu erscheinen. In meinem Fall war es 2 Uhr Nachts. Die Erste war ich trotz allem nicht. Am Eingang H warteten um diese Zeit bereits zwei Italienerinnen, ein New Yorker und eine argentinische Seattlerin. Damit begann dann der Ansteh-Spaß :] Später wurde unsere Schlange weiter nach hinten verlagert, ganz vorne standen/saßen wir jedoch trotzdem. Und obwohl ich insgesamt 15 Stunden auf den Einlass warten musste, hatte ich keinerlei Langeweile. Ganz im Gegenteil. Tatsächlich ist es so, dass das Anstehen beinahe ebensoviel Spaß gemacht hat, wie der Gig selber. Ich meine, wann trifft man schon so viele verschiedene Leute mit den selben Interessen (Muse, Muse, Muse)? Es gab Amerikaner, Spanier, Romänen, Italiener, Kanadier, Australier, Deutsche…. Und alles, nur für ein 2 Stunden langes Muse-Konzert.

Ich im neuen Shirt

Ich im neuen Shirt

Gut versorgt waren wir auch. Stände mit Getränken und Verpflegung gab es zu genüge und auch an Toiletten hat es nicht gemangelt. Erst kurz vor Einlass wurden die Schlangen relativ lang. Merch konnte man sich auch schon draußen vor dem Gig kaufen, sodass man endlosen Schlangen, trotz hoher Besucherzahlen, gut entgangen ist. Ebenfalls sehr positiv sind mir die Securitys aufgefallen. Sie haben sich gut um uns gekümmert, waren auch sehr gut drauf und man konnte sich unheimlich nett mit ihnen unterhalten, auch, wenn sie uns zweifelsohne alle für komplett verrückt gehalten haben. Aber nun ja, sie haben auch Recht. Ich glaube, kein Satz ist an dem Tag häufiger gefallen als “Muse Fans are crazy. No exceptions.”.

Dave und Kevin

Dave und Kevin

Zwischen 16:30 und 17:00 Uhr war dann Einlass. Wir sind gerannt wie verrückt und…. Wow, wir haben es tatsächlich zum Zaun geschafft! Das war ein echt unglaubliches Gefühl, die Barriere zu berühren und als ich mich umsah, stellte ich fest, dass alle Leute, mit denen ich in der Queue rumgehangen habe, ebenfalls bei mir standen. Wir haben uns als erstes umarmt und unsere Hysterie ausgelebt “Oh my God, we made it to the barrier! The barrier! We’re in the f**ing Wembley Stadium, oh my god!”.
Auch im Stadion selber war die Security wirklich sehr gut organisiert. Sie waren überall sofort zur Stelle, wenn es Probleme gab und wenn es keine gab, konnte man unheimlich viel Spaß mit ihnen haben. Besonders cool fand ich einen, der direkt bei uns an der Barrier stand. Er hat die ganze Zeit die anderen Securitys verarscht und Witze gemacht. Während der Vorgruppen und natürlich auch während dem Auftritt von Muse haben die Securitys vorne Wasser verteilt. Das sollte auf einem Konzert, meiner Meinung nach, selbstverständlich sein, ist es aber oftmals nicht. Besonders positiv fand ich gerade an diesem Gig, dass sie wirklich ständig Becher mit Wasser parat hatten und es uns daher nie an Trinkwasser gemangelt hat. Es gab wirklich mehr als genug und das ist auch gut so.

Security Guy

Security Guy

Die erste Vorgruppe war The White Rabbits, die, wie ich finde, ganz gut Stimmung haben aufkommen lassen. The Big Pink, die zweite Vorgruppe, war dagegen ziemlich langweilig. Eine Überraschung war für mich der dritte Act. Eigentlich mag ich Lily Allen nämlich überhaupt nicht, jedoch hat sie eine gute Show hingelegt, weswegen ich an dieser Stelle auch gar nicht dazu berechtigt bin, irgendetwas Negatives über sie zu sagen.

Die beiden Kanadierinnen und ich

Die beiden Kanadierinnen und ich

coole Briten

coole Briten

Doch all die Vorgruppen waren nichts gegen die Band, auf die wir ja letztendlich alle warteten: MUSE. Es war schon dunkel, als plötzlich eine Meute von protestierenden Menschen die Bühne stürmten. Alle waren schwarz gekleidet und trugen Flaggen mit Aufschriften, wie z.B. “They will not control us!” oder “There is no one we can trust, our heroes are turning to dust.”. Und passend dazu erklang direkt im Anschluss der Song Uprising. Das Konzert hatte begonnen. Und es hatte alles, was man sich wünschen könnte (ich spreche nicht von der Setlist, über diese kann man sich streiten ;P).
Selbst, als Guiding Light, das wahrscheinlich schrecklichste und unbeliebteste Lied von Muse, brachte die Band die Menge zum Toben: Konfetti ist das Zauberwort! Bei Exogenesis Symphony Part I (Overture) kam wieder einmal das UFO zum Einsatz und bei Plug in Baby gab es die Muse-typischen 2-Meter Ballons, diesmal jedoch in stylischem Augapfel-Design.

(c) L.

(c) L.

Mein persönliches Highlight des Konzerts war der House of Rising Sun-Riff. Es mag komisch klingen, einen Riff, der eigentlich nur als Überleitung zum nächsten Song dient, als sein Konzerthighlight zu bezeichnen, aber es ist wirklich ein unglaubliches Gefühl, wenn 80 000 Menschen plötzlich unaufgefordert anfangen, den Text von House of Rising Sun zu Matt Bellamys Gitarrenspiel zu grölen. GANZ großes Kino. Und auch ansonsten war ich mit der Setlist sehr zufrieden. Einziger Wehmutstropfen: Ruled By Secrecy, meinen Lieblingssong, haben Muse einen Tag später gespielt, als ich schon wieder in Deutschland war :[

Die Ballons kommen etwa bei 2:30

Dennoch ist mein Fazit: Verdammt nochmal, DAS mache ich nochmal! Ich werde keine Kosten und Mühen scheuen, um Muse noch einmal im Wembley Stadion sehen zu können. Und dann an beiden Nächten.

PS: Klickt mal auf das unterste Foto für eine echt gute Sammlung an Fotografien :]

(c) crazybobbles

(c) crazybobbles

~ von dracia am September 14, 2010.

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